Ein gelungener Start in die Welt von Meshcore – Teil 8 – Stromverbrauch bei verschiedenen Nodes

Ohne Strom geht es nicht. Beim Betrieb eines Companion Nodes zu Hause ist das auch kaum relevant, denn da kommt ja bekanntlich der Strom aus der Steckdose. Doch sobald ich mir über den Betrieb eines Repeaters an einem strategisch richtigen Ort Gedanken mache, dann kann der Stromhunger von einigen Nodes-Modellen schon zu einer Herausforderung werden.

Bevor ich aber mit Messungen anfing, habe ich zuerst an eine Versorgung mit einer Powerbank oder Solar gedacht. Ich habe meinen Heltec V3 mit einem 5 Watt Solarpanel bei mir auf die Gartenhütte gestellt. Mein Solar-Node war noch mit 4 Akkus (18650, insgesamt ca. 12.000 mA) für den Fall des schlechten Wetters mit Energie zwischen gepuffert.

Nach 4 Tagen ohne Sonne ist der Solar-Node eingeschlafen.
Leider ist die Wettersituation in unseren Breiten im Januar und Februar so „grau“, dass eine autarke Versorgung eines Heltec V3 oder V4 nicht funktioniert. Zweite Idee war eine Powerbank mit viel „Bums“ anzuschließen. Also habe ich den Heltec V3 in eine Plastikdose wettergeschützt verpackt und an einen guten Standort platziert.

Technisch funktionierte es gut, doch leider nach wenigen Tagen war die Powerbank leer. Also fing ich an mit den ESP32-Chipsätzen erste Messungen durchzuführen.

Beispiel: Lilygo T3 V1.6.1 FW Meshtastic – sehr stromhungrig

Beispielrechnung für den Anschluss an eine Powerbank mit 20.000 mAh:
Wir nehmen einen realistischen Durchschnittsverbrauch von 90 mA an (Mischung aus RX/TX und eingeschaltetem Bluetooth). Der Node hält etwa 6,5 Tage am Stück durch. Dabei sind Verluste an der Powerbank eingerechnet.

Aufgrund meiner Berechnungen habe ich nach Chipsätzen gesucht, die einen deutlich geringeren Stromverbrauch haben. Aktuell ist der beste Kompromiss zwischen Leistung und Stromverbrauch der RAK4631. Auch diesen bekommt man bei den üblichen Händlern zu kaufen, ist aber etwas höherpreisig als ein Heltec V3. Ein weiterer Unterschied zu einem Heltec V3/V4 ist das Fehlen eines Displays. Aber für den Repeaterbetrieb ist das aus meiner Sicht komplett überflüssig.

Beispielrechnung Stromverbrauch RAK4631 Repeater Node an einer Powerbank mit 20.000 mAh

Grundverbrauch (Idle/Listen): ca. 10 mA bis 12 mA.
Verbrauch bei hoher Last (RX/TX Mix): ca. 15 mA bis 25 mA (da er ständig Pakete verarbeitet).
Powerbank-Netto-Kapazität mit einem Verlust durch 5V Wandlung: 14.000 mAh effektive Kapazität. Selbst wenn der Standort sehr aktiv ist, bleibt der Durchschnittsverbrauch beim RAK extrem niedrig. Wir nehmen einen „Stress-Durchschnitt“ von 20 mA an:

Ergebnis: Der RAK-Node hält etwa 29 Tage durch.

In der Praxis hat sich der rechnerische Wert auf 15 Tage minimiert. Hauptursache war die Kälte in den Monaten Januar und Februar mit Minustemperaturen von ca. 5-10 Grad in der Nacht. Ich war überrascht, wie gut Powerbanks das wegstecken.

Der geringe Stromverbrauch und der Betrieb an einer Powerbank war für mich die vermeintliche Lösung. Doch beim ersten Test zu Hause, stellte sich schnell heraus, dass die Powerbank sich immer wieder automatisch abschaltete. Und das nach ca. 1 bis 2 Minuten, ja nach Powerbank, die ich angeschlossen habe. Was im ersten Moment gut ist, führt nun zu einem neuen Problem. Wie halte ich die Powerbank am „Leben“?

Lösung, um einen RAK 4631 Node mit einer Powerbank mit Strom dauerhaft zu versorgen.

Virtuelles Last Anti-Abschaltmodul: Dieser USB-Stick hilft, dass die Powerbank eingeschaltet bleibt. Es wird als Last verwendet, um regelmäßig einen Stromimpuls auszulösen, um so zu verhindern, dass die Powerbank aufgrund unzureichender Stromaufnahme abgeschaltet wird.

Mein nächster Gedanke war nun, die Stromversorgung meines Repeaters (RAK4631) mit Solarkraft sicher zu stellen. Gesagt getan und es ist eine Lösung, die bei mir nun seit Januar erfolgreich funktioniert. Der Akkustand hat sich seit dem immer um ca. 90 Prozent eingependelt und die sonnigen Tage kommen erst noch.

Fazit:
Wer einen Repeater autark betreiben möchte, sollte diesen Chipsatz in seine engere Wahl ziehen. Sende- und Empfangsleistung sind ebenfalls hervorragend.

Seit Januar 2026 bin ich nun am Testen, Aufbauen von Repeatern, Auswertungen der empfangenen- und gesendeten Funkpakete erstellen, mit vielen Menschen über Meshcore reden und natürlich auch viele Nachrichten mit meinen Nodes empfangen und senden. Es macht Spaß zu sehen, wie das Netz immer weiter wächst und in der Zwischenzeit direkte Nachrichten in privaten Channels oder von „Mesher zu Mesher“ regelmäßig möglich sind.

Damit endet nun meine Meshcore-Serie zum Thema Grundlagen. Ich wünsche allen einen guten Einstieg in das Thema und freue mich über einen Nachrichtenaustausch via Meshcore. Ich werde sicherlich auf dieser Plattform weitere Informationen und Erfahrungen, dann aber außerhalb diese Serie veröffentlichen.

Bei Fragen stehe ich euch gerne zur Verfügung. Entweder per Funk (DB0FT, DMR TG 26269) oder auch gerne per E-Mail (mario.jeschke@gmail.com)

73, dm1mj, Mario

Teil 1: Grundlagen – Was ist LoRa und woher kommt Meshcore?

Teil 2 – Wie wird eine Nachricht zwischen Companion- und Repeater-Nodes technisch versendet

Teil 3 – Frequenzen und Ausbreitung – Physik ist bei LoRa alles

Teil 4 – Select Radio Setting – welche Presets gibt es und wann sollte welches genutzt werden?

Teil 5 – Datenschutz und #Kanäle beitreten bzw. einrichten

Teil 6 – Hardware und die richtigen Einstellungen für den Start

Teil 7 – Erste eigene Analysen zur Auslastung des Netzes und meines Nodes

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